Natürlicher Jahreswechsel
Noch nie sind mir so viele kritische Stimmen rund um den Jahreswechsel begegnet wie zum Übergang von 2025 auf 2026. Und ich kann sie gut nachvollziehen.
Silvester ist kein natürlicher Jahreswechsel – und ich spüre das sehr deutlich.
Winterruhe statt Neuanfang
Es ist Winter. Alles ruht. Die Natur hat sich zurückgezogen. Tiere halten Winterruhe, Pflanzen sammeln Kraft für das Kommende. Und auch wir Menschen sprühen gerade nicht vor neuer Energie und Tatendrang. Eigentlich möchten wir in dieser Zeit noch still sein, uns zurückziehen, in Ruhe gelassen werden. Oder nicht?


Hören wir noch unsere innere Stimme?
Hast du einmal wirklich tief in dich hineingehört und dich gefragt, warum wir ausgerechnet jetzt so laut sind? Warum wir ein Fest „erzwingen“, das eigentlich gar nicht zu dieser Jahreszeit passt?
Jedes Jahr dieselbe Frage: Wie und wo feiere ich Silvester? Wo ist die beste Party? Wo muss man dabei sein?
Dabei war mir persönlich nie nach einer ausgelassenen Feier zu diesem Zeitpunkt. Jahrelang habe ich Silvester mit meiner besten Freundin verbracht. Wir haben gemeinsam gekocht, es uns gemütlich gemacht und die ganze Nacht Serien geschaut. Still, warm, verbunden. Es war wundervoll. Es fühlte sich richtig an.
Warum hören wir so wenig auf uns selbst?
Ist uns das abtrainiert worden?
Wir leben kaum noch im Einklang mit der Natur. Stattdessen haben wir uns Lebensweisen angepasst, die uns oft gar nicht dienlich sind. Ich finde es erschreckend, wie weit wir uns von uns selbst, von unserer eigenen menschlichen Natur, entfernt haben.
Und doch hat mir gerade dieser letzte Jahreswechsel Mut gemacht. So viele Menschen haben ihre Stimme erhoben und diesen „Fake-Jahreswechsel“ hinterfragt. Diskussionen, Petitionen, klare Positionen gegen das Böllern – und hoffnungsvolle Nachrichten darüber, dass andere Länder längst weiter sind.
Es findet ein Umdenken statt.
Und das gibt Hoffnung.
Hoffnung darauf, dass wir wieder anfangen zu fühlen, zu reflektieren und Dinge zu hinterfragen – anstatt sie einfach weiterzuführen, nur weil man es schon immer so gemacht hat.


Der natürliche Jahreswechsel beginnt im Frühling

Die Natur erhebt sich im Frühling. Alles beginnt wieder zu wachsen, zu sprießen, zu erwachen. Die Energie kehrt zurück. Ist es da nicht viel stimmiger, mit genau dieser Kraft etwas Neues zu beginnen? Mit frischem Tatendrang in einen neuen Zyklus zu starten – getragen von Licht, Wärme und Aufbruch?
Ostara – mein persönlicher Jahresanfang im Einklang mit der Natur
Für mich beginnt das Jahr mit Ostara.
Zur Frühjahrstagundnachtgleiche.
Dann, wenn die dunkle Zeit endet, wenn das Leben zurückkehrt und alles neu wird.
Das ist der Moment, den neuen Zyklus willkommen zu heißen. Dafür müssen wir nicht laut sein. Wir dürfen ausgelassen feiern, tanzen, lachen, Freude empfinden – auf eine natürliche Weise. So, wie es unserer eigenen Natur entspricht.
Ich wünsche mir von Herzen, dass sich immer mehr Menschen wieder auf ihre innere Stimme besinnen. Dass sie sich erinnern, wer sie sind, und den Rhythmus der Natur wiederfinden.
Wie zufrieden und erfüllt könnten wir sein, wenn wir mit unserer Natur leben würden – statt in einem künstlichen Konstrukt, das uns immer weiter von uns selbst entfernt.

