Imbolc – das leise Erwachen des Jahres
Imbolc liegt still im Jahreskreis.

Zwischen Winter und Frühling, zwischen Rückzug und neuem Aufbruch. Es ist kein lautes Fest, kein Feuerwerk der Freude – sondern eher ein Innehalten. Ein Moment, in dem man spürt: Da regt sich etwas. Noch zart, aber lebendig.
Imbolc ist ein altes Jahreskreisfest, das Anfang Februar gefeiert wird.
Es markiert den Übergang vom Winter zum Frühling und steht für Reinigung, Neubeginn und das leise Wiederkehren des Lichts. In früheren Zeiten war es eine Schwelle – eine Zeit des Wartens, Beobachtens und Vorbereitens.
Auch heute lässt sich Imbolc weniger als „Feier“ begreifen, sondern eher als Einladung: innezuhalten, aufzuräumen – im Außen wie im Inneren – und dem zu lauschen, was wachsen möchte.
Imbolc als Schwellenfest zwischen Winter und Frühling
Imbolc gehört zu den sogenannten Schwellenfesten. Man ist nicht mehr ganz im Alten – aber im Neuen auch noch nicht angekommen.
Der Winter hält uns noch, doch das Licht kehrt langsam zurück. Unter der Erde sammelt sich bereits neue Kraft. Und auch in uns beginnt sich etwas zu regen.
Diese Zeit lädt nicht zu großen Entscheidungen ein, sondern zu Aufmerksamkeit. Zu feinem Wahrnehmen. Zu einem ersten, vorsichtigen Ausrichten.
Eine alte Geschichte vom Wandel
Um Imbolc ranken sich viele Bilder und Erzählungen. Eine davon erzählt vom Übergang der Kräfte in der Natur.
Die winterliche, alte Kraft – die Dunkelheit, das Starre, das Festhalten – gibt ihren Stab weiter. Nicht abrupt, nicht kämpferisch, sondern allmählich. Die nährende, mütterliche Energie übernimmt: schützend, tragend, lebensspendend. Das neue Licht ist noch nicht sichtbar, doch es wird bereits gehalten. Und schließlich zeigt sich die junge Kraft des Frühlings – vorsichtig, leise, hoffnungsvoll.
Man muss diese Figuren nicht als Götter verstehen. Sie können auch als Bilder für natürliche Prozesse gelesen werden. Für das, was wir draußen beobachten – und oft auch in uns selbst erleben:
Loslassen, Wandlung, Neubeginn.

Die Tage vor Imbolc – Raum schaffen und reinigen
Die Woche vor Imbolc nutze ich bewusst, um Ordnung zu schaffen. Nicht hektisch, nicht perfekt – sondern Schritt für Schritt.
Ich sortiere Kleidung aus, bringe meine Schreibtische in eine neue Klarheit und räume besonders in der Küche um. Dort entsteht wieder Raum für meine kleine Hexenküche: für Naturkosmetik, für getrocknete Kräuter, für Tinkturen, für Rezepte, die ausprobiert werden wollen.
Dieses äußere Aufräumen fühlt sich für mich wie eine Vorbereitung an. Nicht nur für Imbolc, sondern für das, was im Frühjahr wieder mehr Platz braucht.
Wer mag, kann diese Tage auch nutzen, um:

- Kerzen zu gießen oder vorzubereiten
- Birkenblätter zu sammeln und zu trocknen
- Dinge zu ordnen, die lange liegen geblieben sind
Alles ohne Muss. Alles im eigenen Rhythmus.
🌬️ Räucherungen zu Imbolc – sanfte Reinigung statt großer Schnitte
Räucherungen begleiten mich durch die Imbolc-Zeit, besonders in den Tagen davor und am Festtag selbst. Nicht, um etwas radikal zu vertreiben – sondern um Räume zu klären und frische Energie einzuladen.
Zu Imbolc arbeite ich gern mit sanften, pflanzlichen Räucherungen, die reinigen, ohne zu überfordern. Für die Reinigung der Räume nutze ich Salbei.
Er wirkt klärend und ordnend, ohne hart zu sein – ideal für diese Schwellenzeit zwischen Winter und Frühling. Für mich selbst verwende ich gern Palo Santo, mit dem ich mein Energiefeld sanft abstreiche. Nicht als Abwehr, sondern als schützende Umhüllung.

🌿 Eine Räuchermischung für Imbolc
Neben Salbei gibt es eine Räuchermischung, die ich besonders gern zu Imbolc verwende. Sie verbindet Reinigung, Neubeginn und leise Lebenskraft.
Imbolc-Räuchermischung:
- 1 Teil Birkenblätter
- 2 Teile Beifuß
- 1 Wacholderbeere
- 1 Teil Lavendel
- 1 Teil Rosmarin
- 1 Teil Schafgarbe
- 1 Teil Fichtenharz
Diese Mischung eignet sich wunderbar:
- für eine sanfte energetische Reinigung
- zum Übergang vom Alten ins Neue
- als Begleitung für Kerzenrituale oder stille Abende
Wenn kein Pflanzenmaterial vorhanden ist, arbeite ich auch gern mit ätherischen Ölen von Young Living und verneble sie im Raum. Wichtig ist für mich dabei nicht die Form – sondern die bewusste Ausrichtung.

🕯️ Kerzen & Licht – Begleiter durch die Schwellenzeit
Kerzen spielen zu Imbolc eine besondere Rolle. Sie stehen für das zurückkehrende Licht – noch zart, aber kraftvoll.
Ich nutze an diesem Tag mehrere Kerzen:
- eine Imbolc-Kerze, die bewusst entzündet wird
- eine Heilkräuterkerze, die diese Zeit begleitet
- eine geweihte Kerze, die Schutz, Hoffnung und gute Gedanken trägt
Kerzen müssen nichts „leisten“. Sie erinnern. Sie halten Raum.

Der Imbolctag – Reinigung, Rückzug und Licht
Am Imbolctag selbst ziehe ich mich bewusst zurück. Es ist kein Tag für Termine oder laute Ablenkung.
Ich entzünde Kerzen – so viele, wie sich gut anfühlen. Auch wenn nicht jedes Fenster Licht trägt: Die Idee zählt. Das bewusste Willkommenheißen des zurückkehrenden Lichts.
Eine Kerze weihe ich an diesem Tag ganz gezielt einem besonderen Menschen, der ganz viel Licht und Heilung und positive Energie braucht. Sie wird mit einer schützenden Ölmischung eingerieben, mit Aufmerksamkeit und guten Gedanken. Diese Kerze steht für Schutz, für Hoffnung und für einen guten Weg – für einen Menschen, dem Heilung von Herzen gewünscht ist.
Außerdem räuchere ich bewusst mit Salbei und lasse die verbrauchten Energien ziehen. Ich löse sie aus den Ecken der Räume und lasse sie anschließend durch die geöffneten Fenster entfliehen. Danach befülle ich meinen Diffuser mit einer Ölemischung, speziell für Imbolc bevor ich mich zu einer Meditation zur Ruhe begebe.
Reinigung für Körper und Seele

Auch mir selbst schenke ich an diesem Tag Zuwendung. Ein warmes Fußbad – weil die Füße so viel tragen. Eine Augenkompresse. Vielleicht eine Honigmaske für das Gesicht. Reinigung von außen und, wenn es sich stimmig anfühlt, auch von innen.
Manchmal schreibe ich mir etwas von der Seele. Ganz intuitiv. Ohne Ziel. Ohne Plan. Einfach Worte fließen lassen.
Wärme, Stille und innere Ausrichtung
Am Abend entzünde ich eine besondere Imbolc-Kerze, die mich durch diese Schwellenzeit begleitet. Ich mache mir einen heißen Kakao oder eine goldene Milch, ziehe mich aufs Sofa zurück und lasse die Gedanken kommen.
Vielleicht zeigen sich erste Bilder für das neue Jahr. Oder Richtungen. Vielleicht nur Gefühle.
Ich halte nichts fest, was noch nicht reif ist aber wenn etwas bleiben möchte, schreibe ich es auf.
Imbolc ist für mich kein Neubeginn im klassischen Sinn. Es ist ein leises Einpendeln. Ein vorsichtiges Ausrichten.
Eine leise Einladung
Vielleicht magst du dir rund um Imbolc ebenfalls einen Moment der Ruhe schenken, nicht, um etwas zu verändern – sondern um wahrzunehmen. Was in dir noch im Winterschlaf liegt. Und was sich ganz leise bemerkbar macht.
Imbolc braucht kein großes Ritual.
Manchmal zeigt es sich im Aufräumen.
Im Lüften der Räume.
Im Anzünden einer Kerze am Abend.
Es genügt, Raum zu schaffen – im Zuhause, im Körper oder im Herzen.
Imbolc fragt nicht nach großen Antworten. Es flüstert. Und manchmal reicht es, zuzuhören.